Deutsche Kommunale Wappenschau
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Altmärkische Wische

Blasonierung : Gespalten von Silber und Grün; vorn ein goldbewehrter, halber roter Adler am Spalt mit ausgeschlagener roter Zunge, der Fang begleitet von einem grünen Seeblatt; hinten ein silberner Spaten, bedeckt mit einer aus vier Weizenähren bestehenden goldenen Garbe.“

Die Gemeinde Altmärkische Wische entstand durch den Zusammenschluss von vier Gemeinden (Falkenberg, Lichterfelde, Neukirchen und Wendemark). Das neue Wappen zeigt Wappensymbole, die für alle Ortsteile typisch sind und mit dem sich jeder Ortsteil im neuen Wappen vertreten sieht. Von Seiten der Gemeinde war der rote Adler am Spalt und der Spaten eine Vorgabe und wurden dementsprechend grafisch umgesetzt.

 

Das Gebiet der Wische gehört historisch gesehen seit jeher zur Altmark, die neben der Mittelmark und der Neumark eines der Stammlande der Mark Brandenburg bildete. Die Altmark, die Wiege des Preußischen Staates, ist der älteste Teil der Mark Brandenburg und war nach der Provinzneugliederung von 1815 ab, die nördliche Spitze der preußischen Provinz Sachsen.*²

So verwundert es nicht, dass sehr viele Städte und Gemeinden im Norden Sachsen-Anhalts den märkischen roten Adler in irgendeiner Form in ihren Wappen führen. Damit soll der Adler am Spalt die Zugehörigkeit der Gemeinde zur Altmark und der Mark Brandenburg ausdrücken und andererseits den ersten Teil des Gemeindenamens aufgreifen. Das Seerosenblatt ist dem Seehäuser Wappen entlehnt und soll die Verbundenheit mit dieser Stadt andeuten. Außerdem steht es für die sehr schöne und naturnahe Umgebung der Gemeinde. (reich an Flora und Fauna)

Der Name der Wische ist abgeleitet vom Niederdeutschen und bedeutet soviel wie „Wiese“.

In Anlehnung an diese Ableitung wurde das hintere Wappenfeld grün tingiert. Die Farbe Grün als Symbol für Hoffnung und Gesundheit unterstreicht auch noch einmal den ländlichen Charakter der Gemeinde.

Die vier Getreideähren sollen in Form einer Zahlensymbolik die vier Gemeinden wiedergeben, die sich zur neuen Gemeinde Altmärkische Wische zusammengeschlossen haben und bringen durch die gebundene Form den neuen Zusammenhalt zum Ausdruck. Des Weiteren geben sie wieder, dass die Landwirtschaft historisch gesehen der Haupterwerbszweig der hier lebenden Menschen war. Das Gebiet der Gemeinde ist auch heute noch ländlich geprägt und von der Landwirtschaft bestimmt. Außerdem spielen die Ähren auf den Beinamen der Wische an, der sie als Kornkammer Preußens bezeichnet.

Der Spaten soll an das lange und zähe Ringen um die Urbarmachung der Wische erinnern. Hier eine kurze Textpassage aus einer fundierten Quelle:

„Wir wissen herzlich wenig davon, auf welche Weise die Entwässerung der Sümpfe in der altmärkischen Elbniederung und die Eindeichung des Landes an Biese, Uchte, Aland und Elbe durch niederländische Kolonisten erfolgt ist; wir vermuten, dass sie zum Teil nicht direkt aus „Holland, Seeland, Flandern“ kamen, vielmehr holländische Pioniere waren, die bereits im Bremer Erzbistum an der Weser fruchtbares Land durch Eindeichung dem Wasser abgewonnen und bebaut hatten und nun, von einem tapferen Markgrafen durch Vermittelung der Geistlichkeit unter glänzenden Bedingungen berufen, weiter gen Osten wanderten, um das Entwässerungs- und Besiedelungsgeschäft in noch vorteilhafterer Weise fortzusetzen.“

 

Bei der Wische handelt es sich um eine tischebene Landschaft im Urstromtal der Elbe, die mit Gräben durchzogen ist. Diese sind dazu angelegt, die schweren Felder und Wiesen zu entwässern, um so landwirtschaftliche Fläche zu gewinnen. Vor der Eindeichung war sie ein großes Überflutungsgebiet der Elbe. Dadurch ist das Land sehr fruchtbar aber der Boden ist auch sehr schwer, so dass er nach ungünstigen Witterungsverhältnissen oft nicht zu bearbeiten ist. Das Gebiet der Wische kann auf eine 800 jährige Tradition von Trockenlegungs- und Entwässerungsmaßnahmen (Melioration) zurückblicken. Beginnend mit den holländischen Kolonisten bzw. Pionieren im 12. Jahrhundert bis hin zur letzten großen Trockenlegungsaktion im Rahmen eines FDJ-Jugendobjekts, dass von 1958-1962 stattfand.

Das Wappen wurde vom Heraldiker Thomas Rystau aus Hundisburg gestaltet und durch den Landkreis Stendal genehmigt.

 

Genehmigungsdatum: 30. Januar 2014

Wappenrollennummer: ??/2014

 

Quelle: Dokumentation Genehmigungsunterlagen Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt

             *² Dietrichs und Parisius, Bilder aus der Altmark

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